Steiler Sitz, der Kopf fällt vor im Autokindersitz - unsere Tipps

Wenn Kinder von der Babyschale in den Reboarder umsteigen, dann erwarten die Eltern eine ähnliche Liegeposition.

Man muss aber klar sagen: Es ist ein Kindersitz und keine Babyschale. Kinder müssen aus Sicherheitsgründen im Auto sitzen, egal ob sie vorwärts oder rückwärts fahren. Jede weitere Neigung des Kindes ist mit einer Sicherheitseinbuße verbunden bzw. erhöht die Kräfte auf Kopf und Nacken.

Es gilt: So aufrecht wie möglich, so geneigt wie nötig!

Zu klären ist: Stört es euer Kind überhaupt oder nicht? Beim Bremsen kommt der Kopf ohnehin in die Schutzzone. Natürlich ist es schöner, wenn er dort immer ist. Das geht aber nicht mit jedem Kind und in jedem Auto. Zudem hört das oft plötzlich um den zweiten Geburtstag herum auf, wenn sich die Proportionen der Kinder verändern.

Es gibt aber einige Dinge, die man zur Verbesserung der Situation ausprobieren kann:

Achte beim Anschnallen hierauf:

  1. Vor dem Anschnallen mal mit den Händen richtig unter den Po gehen und das Kind so hinruckeln, dass es mittig und richtig auf dem Po sitzt.
  2. Die Kopfstütze tief genug einstellen. Es sollte nur ein geringer Platz zwischen Schultern und Kopfstütze sein. Zu Beginn lieber weniger, da die Kinder oft sehr zusammen sacken beim Ausruhen und Entspannen.
  3. Das Kind erstmal lose anschnallen. Dann schaut es oft nach unten zum Gurtschloss, wo man ja gerade zugange ist. So ist der Rücken jedoch rund, die Schultern nach vorne geneigt und der Kopf hat eine Tendenz zum Brustkorb. Um das zu ändern, über dem Kopf schnipsen, rascheln etc., sodass das Kind nach oben sieht. Wenn es das tut, den Gurt fest anziehen, so dass das Kind gut gesichert ist. So ist der Rücken aufrechter und der Kopf hat eher die Tendenz nach hinten zur Kopfstütze.

Unterlegkeile bei Gurt-Reboardern

Reboarder, die mit dem Auotgurt befestigt werden, haben teilweise getrennt erhältliche Unterlegkeile, auch Wedge genannt. Diese bringen den Sitz im Fußbereich des Kindes etwas weiter hoch, so dass er sich mehr neigt. Wichtig ist hier, nur Originalteile zu verwenden und nichts selber zu basteln.

 

Stützkissen

  • Probiert ein Sandini SleepFix-Kissen, dass ihr an der Kopfstütze befestigt. Es kann vorne mit Klett geöffnet werden und wird nur geschlossen, wenn die Kinder schlafen. Geht natürlich auch vorher, wollen die meisten Kinder aber nicht. Man muss dann zwar nach dem Einschlafen kurz anhalten, dafür ist der Kopf dann gestützt. Hier empfiehlt sich eher die kleinere als die größere Größe, damit die Stützfunktion auch wirklich ausreichend greift.
  • Vielen hilft auch das BeSafe Schlafkissen, welches den Kopf etwas stützt. Die Kinder akzeptieren es teilweise besser.

 

Bei Reboard-Kindersitzen mit Spanngurten gibt es noch eine oft sehr effektive Möglichkeit:

Mit den Spanngurten kann man den Sitz ganz anleitungskonform weiter neigen. Natürlich benötigt er dann mehr Platz, man sollte sich also immer überlegen, ob es notwendig ist und passt. Oft nimmt er in der Mitte hinten weniger Platz ein, weil das Prominenteste am Sitz sich zwischen die beiden Vordersitze schmiegt. Dieser Platz im Auto kann auch eine gute Möglichkeit bei mehr Platzbedarf sein.

Ich neige den Sitz bei langen Fahrten weiter und sitze dann gegebenenfalls hinten, wenn vorne deswegen zu wenig Platz ist. Auf normalen Tagfahrten lasse ich ihn etwas steiler, da seltener und kürzer geschlafen wird und vorne noch jemand mitfahren muss.

Ganz genau geht es am besten so:

  1. Erst ganz normal einbauen und schauen. Falls noch zu steil:
  2. Alles feste lassen, nur den Stützfuß nochmal lösen und den Vordersitz weiter vor stellen.
  3. Kopfstütze des Kindersitzes ganz runter machen, damit sie nicht beschädigt wird.
  4. Am besten zu zweit: Einer drückt den Sitz an der Sitzschale oben richtig gut ins Polster, schön vorsichtig drauf lehnen (NICHT an der Kopfstütze, Vorsicht am Rückenstyropor).
  5. Der oder die Andere: Erst den einen Spanngurt gut feste ziehen, eventuell am losen Ende fassen und durchhängen lassen und mit einem Fuß zum Festziehen in die Schlaufe steigen. Kurzes Ruckeln hilft mehr als langes festes Ziehen. Das geht am besten, wenn man jeweils von einer Seite zieht und dann auf die andere Seite wechselt.
  6. Andere Seite festziehen.
  7. Stützfuß wieder festmachen.

 

Bei Isofix-Sitzen ist die Sitzposition durch den Einbau der Isofix-Befestigungspunkte im Auto und sie Form des Autositzes vorgegeben. Hier kann man meist eine Ruheposition einstellen, die jedoch sehr steil sein kann, wenn die Sitzbank stark abfällt. Hier kann nur sehr selten etwas durch den Einbau verändert werden. Es ist also wichtig, bereits beim Kauf darauf zu achten, dass der Sitz gut zum Auto passt. Danach helfen in den meisten Fällen die Tipps oben sehr gut weiter, wenn der Kopf doch vorfällt.

 

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