Heckaufprall - ein Argument gegen Reboarder?

Beim Frontalaufprall oder dem meist kombinierten Frontal-Seiten-Crash leuchtet ein Reboard-Kindersitz den meisten Eltern ein. Oft kommt jedoch nach kurzer Überlegungszeit die Nachfrage: "Aber wenn mir einer hinten drauf fährt, dann ist es doch genau umgekehrt? Ist denn der Reboarder dann gefährlicher?"

Hier gibt es mehrere Dinge zu bedenken:

  1. Wir rechnen mit Wahrscheinlichkeiten. Wir wissen niemals genau, welchen Unfall wir morgen haben werden. Also überlegen wir uns, welche Unfälle am häufigsten UND am folgenreichsten für Kleinkinder sind. In diesen Situationen möchten wir unsere Kinder dann bestmöglich schützen.
  2. Heckunfälle sind deutlich seltener als Frontal- und Frontal-Seiten Unfälle. Hier können wir auf vom Institut für Fahrsicherheit, 1998 zurückgreifen. Heckunfälle machen 2% der Unfälle aus, wohingegen Seiten-Crashs einen Anteil von 39% haben und Frontalunfälle 59%. Kombinationen sind natürlich möglich.
  3. Das IFZ hängt mit der deutschen Versicherungswirtschaft zusammen. Es geht hier also um die gemeldeten Unfälle, welche schwere Folgen hatten. Man kann davon ausgehen, dass nicht polizeilich gemeldete Unfälle nur geringe Blechschäden sind wie Aufrollen an der Ampel und diese Zahlen für uns deshalb nutzbar sind.
  4. Zudem ist es so, dass Heckunfälle wesentlich seltener Schwerverletzte oder Tote fordern, eben da es meist nur leichte Auffahrunfälle sind.
  5. Eine Ausnahme sind natürlich Heckunfälle mit Hochgeschwindigkeiten beispielsweise auf der Autonbahn am Stauende. Auch wenn es hart klingt, aber hier hilft dann ohnehin nur noch ein sehr achtsamer Schutzengel, unabhängig von der Sitzrichtung.
  6. Bei Auffahrunfällen sitzt das Kind mit dem Kopf weiter weg vom Aufprall. Gerade bei Autos mit kleinem Kofferraum ist so mehr Knautschzone, bis das Kind ernsthaft verletzt wird.

Zudem muss man auch bedenken, dass beim Frontalaufprall beide Autos aufeinander zu fahren. Beim Heckcrash fahren beide Autos in die selbe Richtung. Die Geschwindigkeiten muss man also beim Frontalaufprall addieren, beim Heckunfall voneinander abziehen.

Beispiel:

Auto 1: 40km/h, Auto 2: 60km/h.
Heckunfall Auto 2 auf Auto 1, die Differenzgeschwindigkeit beträgt nur 20km/h und die Kräfte werden auf beide, sich in die gleiche Richtung bewegenden Autos, verteilt.
Der Schaden ist relativ gering und die Kräfte auf die Insassen niedrig.
Das Kind ist im Reboarder gut durch die 5-Punkt-Gurte gesichert. 

Fährt das hintere Auto 60km/h und das vordere Auto steht, dann  ist die Aufprallgeschwindigkeit natürlich 60 km/k. Jedoch lässt sicher üblicherweise das vordere Auto schieben, was die Aufprallenergie wieder verringert.

Anders beim Frontalunfall von 1 und 2: Man addiert die Geschwindigkeiten = 100km/h (also wie allein mit 100km/h gegen eine Wand). Der Schaden und die Kräfte sind wesentlich höher. Beide Fahrzeuge kommen aus der Bewegung fast schlagartig zum Stillstand. Extreme Verzögerungskräfte wirken auf die Insassen.

Kinder sind in vorwärts gerichteten Sitzen ab etwa 30km/h gefährdet.
Heckunfälle machen nur etwa 2 -5 % der Unfälle mit schweren Verletzungen aus. Frontalunfälle dagegen etwa 60%!

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  • Falsche Berechnung

    Sie gehen von einem Heckauffahrunfall von 2 fahrenden Fahrzeugen aus. Heckauffahrunfälle geschehen aber meistens am Stauende und dann stehen die Fahrzeuge auf welche aufgefahren wird.

  • Wolfgang: Das stimmt, ich füge eine weitere Berechnung hinzu

    Lieber Wolfgang,

    die Berechnung ist nicht falsch. Aber es stimmt, dass es zwei verschiedene Situationen geben kann.
    Es können fahrende Autos auffahren oder ein Auto steht.
    Am häufigsten ist übrigens bei weitem nicht das Stauende, das ist recht selten. Die meisten Auffahrunfälle auf stehende Autos geschehen in der Stadt bei sehr langsamen Geschwindigkeiten an Ampeln oder bei unvorhergesehenen Bremsungen etc.

    Ich werde jedoch noch die von Dir genannte Situation noch hinzufügen.

    Liebe Grüße
    Laura

  • Erfahrung

    Wir hatten schon zwei mal einen Heckunfall.
    Und meine Kinder saßen im Reb. also für uns ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch eher dieses als ein Front Unfall.
    Jedoch muss ich sagen werde ich weiterhin auch beim 3 Kind einen Reb. kaufen.

    Unfall 1: Wir standen an der Ampel hinten fuhr wer drauf, ein Kind schlief hatte somit den kopf fest im Sitz, das zwei Kind hat sich den Kopf gestoßen und klagte über Kopf schmerzen, auch wenn es nur ein leichter "dutsch" war für Kinder tut auch das schon weh.

    Unfall 2: Autobahn abfahrt stau wieder war hinten jemand zu schnell... zum Glück dieses mal ohne Kinder, denn da hatten sie mehr Kopfweh bekommen als beim ersten mal.

    Also ich würde sagen, das auch diese Art von Unfälle häufig vorkommen, es gibt dabei auch Unfall Folgen, aber es ist eben Bloß eine Gehirn Erschütterung oder Peitschenschlag Syndrom.

    Ich denke ein Unfall in die andere Richtung wäre eine andere Art von Unfall und möchte nicht wissen, was da die folgen wären.

    Also wie gesagt wir bleiben dabei Kinder sitzen verkehrt ^^ !!!!!!!!!!

  • Gut erklärt

    Ich glaube zwar, dass der Frontalcrash nicht nur addiert werden muss, sondern weitaus mehr Kräfte einwirken, aber bin zu lange aus der Schule...
    Es gilt die Wahrscheinlichkeit abzufangen und warum müssen denn Säuglinge immer länger rückwarts fahren? Wer unbedingt vorwärts fahren lassen will, kann sein Kind ha vorwärts fahren lassen, sollte dann die Regel für Säuglinge mal hinterfragen. Die Relation des Kopfes, Bremseinwirkung usw. mal völlig außen vor gelassen. Ich danke euch für eure Beratung in Witten und hoffe, dass der Gesetzgeber weiter nachbessern wird pro Reboarder.

  • Vollbremsung

    Noch häufiger als Unfälle sind ja auch sicherlich Vollbremsungen, bei denen die Kinder in Reboardern auch deutlich besser geschützt sind. Zum Unfall an sich muss es ja gar nicht kommen.

  • Uberlebt im Reboarder bei 1 to 1 Heckaufprall Autobahn

    Hallo ,
    über Berechnungen möchte ich ich hier nicht streiten ,
    mein Sohn hat nur unseren Heckaufprall überlebt WEIL er im Reboarder saß!
    Wir hatten einen Hochgeschwindigkeitsaufprall auf der Autobahn vor uns war KEIN Stauende.
    Fakt war ich saß normal vorwärts gerichtet und der Wagen der in uns hineinraste schleuderte mich quer durchs Auto , da der Gurtstraffer auch noch verzögert greift wenn er von "hinten " ausgelöst wird.
    Mein Sohn war im 3Punkt Kindersitz Reboarder mit Isofix gesichert und hat zwar einen schlimmen Schock erlitten aber der Kopf war besser geschützt als meiner .
    Das hat mir auch die Unfallärztin bestätigt, die meisten Unfälle in vorwärts
    gerichteten Sitzen auch Heckaufprall, enden mindestens mit einer Querschnitt Lähmung
    Mein Sohn war beim Unfall knapp 3 Jahre und der zum Körper noch überproportionale Kopf schleudert besonders gefährlich zurück . Das Abknicken des Kopfes nach vorne im Reboarder bei Heckaufprall- so die Ärztin ist bis zur Brust beschränkt und weniger gefährlich als ein Kippen in den Nacken oder zur Seite.
    Aus unserer Erfahrung REBORDER so lange wie möglich benutzen !